Gefälschte Wissenschaft

Shownotes

Jedes Jahr erscheinen Abermillionen wissenschaftliche Studien. Und noch nie war es so einfach, sie zu fälschen oder zu manipulieren. Für kleines Geld bieten sogenannte Paper Mills Publikationen teils in renommierten Fachzeitschriften an, von KI ganz zu schweigen. Wo Erkenntnis zum Wettbewerb wird, wächst auch der Markt für Betrug. Weil ihnen der freie wissenschaftliche Diskurs am Herzen liegt, verbringen Science Sleuths wie der Brite Sholto David ihre Freizeit damit, Studien auf Fälschungen zu durchforsten. Was sie dabei aufdecken, ist haarsträubend – und betrifft uns alle.

Text: Florian Sturm Sprecher: Roland Riebeling Interview: Dmitrij Gawrisch mit Florian Sturm Redaktion und Konzept: Dmitrij Gawrisch und Monika Gies Produktion: Monika Gies Sounddesign: Benjamin Ruddat

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00:00:01: Reportagen live.

00:00:02: Weltgeschehen im Podcast-Format, gelesen von Roland Riebeling

00:00:09: Gefälschte Wissenschaft – Von Florian Sturm Tief in der Scheiße.

00:00:17: Einige der gefährlichsten Lügen unserer Zeit brüllen nicht wie ein wütender Präsidentschaftskandidat bei einem Wahlkampfauftritt.

00:00:25: Sie rasen nicht als viraler Social Media Post durchs Netz, der den menschengemachten Klimawandel leugnet.

00:00:32: Sie sind auch kein Influencer-Video das Impfmythen verbreitet, nein sie kommen leise daher und tragen Fußnoten.

00:00:40: Sie sehen aus wie Erkenntnis und erscheinen in renommierten Fachzeitschriften.

00:00:46: Ich sitze in einem winzigen Schlafzimmer in einer HauswG in Oxford auf einem braunen Küchenstuhl der seinerseits auf einem Fußabtreter steht.

00:00:56: Der Teppich sei noch ziemlich neu, erklärt Scholto.

00:00:58: David ein fünfundreißigjähriger Mikrobiologe.

00:01:02: Er soll keine Abdrücke bekommen.

00:01:05: David sitzt am Schreibtisch vor seinem Computer.

00:01:08: Gerade haben wir Chagivity angewiesen, einen wissenschaftlichen Beweis zu fälschen.

00:01:14: Die künstliche Intelligenz soll ein Bild eines SDS-Pagegales erzeugen – einer Labormethode mit der sich Proteine nach ihrer Molekülmasse trennen lassen.

00:01:26: Solche Abbildungen finden sich häufig in biomedizinischen Studien und sie werden oft gefälscht.

00:01:34: Es dauert etwas mehr als eine Minute, dann wird das zunächst verschwornene Bild auf dem Monitor scharf.

00:01:40: David beugt sich vor, dritt seinen Kopf leicht zur Seite, er schaut einmal hin – dann ein zweites, ein drittes Mal!

00:01:49: Keine zu glatten Kanten keine unplausiblen Wiederholungen bei einzelnen sogenannten Banden an Schnurrbärte erinnernde Ergebnisse dieser Methode.

00:01:59: Auf Anhieb verrät nichts, daß dieses Bild nicht in einem Labor entstanden ist.

00:02:05: Es wirkt täuschend echt!

00:02:07: Mist!

00:02:09: Das ist viel besser als ich erwartet habe, sagt David.

00:02:13: Beim letzten Versuch vor ein paar Wochen waren die Ergebnisse völlig unbrauchbar – aber das hier ist ziemlich authentisch.

00:02:20: Vielleicht irre ich mich, aber vielleicht rutschen wir bald noch viel tiefer in diese Scheiße rein….

00:02:26: Diese Scheiße von der David spricht?

00:02:29: Reicht uns längst bis zum Hals.

00:02:48: Und sie bestimmen, was als gesicherte Erkenntnis gilt.

00:03:03: Gerade in der Medizin ist Forschung immer auch ein Wetten auf Wahrscheinlichkeiten.

00:03:09: Eine Studie – ein Experiment kann zu einer neuen Therapie zur Entwicklung eines wirksamen Medikaments führen aber wenn Geld Energie und auch Vertrauen in unseriöse wissenschaftliche Arbeit oder Fälschungen fließen und am Ende verloren gehen schrumpfen die Möglichkeiten für echte Entdeckungen.

00:03:30: Betrug macht Fortschritt nicht unmöglich, aber weniger wahrscheinlich.

00:03:37: Ein wachsender Teil der eigentlich mehrfach qualitätsgeprüften wissenschaftlichen Literatur beruht heute auf manipulierten Daten gefälschten Bildern oder frei erfundenen Studien quer durch alle Wissenschaftsdisziplinen.

00:03:52: Besonders betrugsanfällig sind die Biomedizin die an der Schnittstelle zwischen Biologie und Medizin, die molekularen und cellulären Ursachen von Krankheiten erforscht sowie die Materialwissenschaften, die sich mit der Erforschung, Entwicklung und Verbesserungen von Werkstoffen beschäftigen.

00:04:11: Denn in diesen Bereichen lockt das große Geld – etwa durch neue Medikamente und Therapien oder durch technische Anwendungen ,die sich wirtschaftlich vermarkten lassen.

00:04:22: In der vielen problematischen Arbeiten stehen keine Einzelpersonen mehr, sondern immer häufiger sogenannte Paper Mills.

00:04:30: Diese kommerziellen Agenturen bieten nicht nur an die Fake-Publikation zu erstellen – sie werben mit einem Gesamtpaket und sorgen dafür dass die gefälschte Studie allen Qualitätskontrollen zum Trotz in einer Fachzeitschrift erscheint.

00:04:45: Paper Mills sind ein globales Phänomen!

00:04:48: Es gibt sie in Indien, China und der Ukraine – in Iran, Pakistan und Russland.

00:04:54: In Ägypten, Lettland, Peru und zahlreichen weiteren Ländern.

00:04:58: Sie produzieren wissenschaftliche Manuskripte gegen Bezahlung.

00:05:03: Ihre Kunden sind meist Forschende die dringend Publikation für den Lebenslauf brauchen, diese aber nicht selbst schreiben wollen oder können.

00:05:12: PaperMills werben für ihre Dienste offen auf sozialen Plattformen.

00:05:17: In manchen Anzeigen steht der Preis gleich dabei.

00:05:20: Teils etwas mehr als einhundert US-Dollar, teils über eineinthausend Achthundert Dollar je nach Zeitschrift.

00:05:28: Das gefährliche an Wissenschaftsbetrug ist nicht die Lüge selbst sondern das was sie in Gang setzt.

00:05:36: Wenn Forschende ihre Experimente auf gefälschten Ergebnissen ihrer Kollegen aufbauen verfolgen sie womöglich jahrelang eine falsche Spur.

00:05:45: Die Ressourcen versickern dort wo sie nichts nützen und fehlen, wo Sie unser Leben vielleicht hätten verbessern können mit wirksamem Behandlung besseren Diagnosen klimaresilientere Nutzpflanzen oder nachhaltigen Materialien für die Energiewende.

00:06:02: Wissenschaftsbetrug betrifft also auch Menschen, die nie einen Fuß in ein Labor setzen.

00:06:08: er betrifgt – und schädigt uns alle!

00:06:14: Wie viele Studien problematisch oder manipuliert sind weiß niemand genau.

00:06:19: Ein großer Teil des Betrugs bleibt unentdeckt und damit folgenlos für die Betrüger.

00:06:24: Sicher ist nur, Die Zahl der Publikationen steigt Und mit ihr zwangsläufig auch die Zahl der Betrügereien.

00:06:32: Obwohl die allergrößte Mehrheit der Forschenden sorgfältig und ehrenhaft arbeitet sind gemäß Schätzungen hunderttausende Fake-Studien im Umlauf.

00:06:44: Wie groß das Problem werden kann zeigte das Jahr.

00:06:49: Der US-Verlag Relay musste mehr als achttausend Studien aus dem Portfolio seiner Tochter Hindavi zurückziehen.

00:06:57: Mehr als jeder andere Verlag weltweit in einem einzigen Jahr.

00:07:01: Relay hatte Hindavi Anfang zwanzig einundzwanzig übernommen, Ende zwanzigg dreieunzwanzigg wurde die Marke eingestellt.

00:07:10: Inzwischen wurden mehr als fünfzehntausend Hindavi Artikel zurückgezogen.

00:07:15: Wissenschaftliches Fehlverhalten ist so alt wie die Wissenschaft selbst.

00:07:20: Seit je werden in Studien Bilder manipuliert, Daten geschönt, unterschlagen oder frei erfunden.

00:07:27: Damit sollen Hypothesen gestützt, Fördergelder gesichert, Karrieren beschleunigt werden.

00:07:33: Neu ist nicht der Betrug – neu ist seine Leichtigkeit!

00:07:38: Noch nie ließen sich Fake-Studien so mühelos herstellen und noch nie war die Kontrolle so lückenhaft….

00:07:45: Scholte David und ich haben gerade selbst gesehen, wie niedrig die Hürden geworden sind.

00:07:51: Programme wie Chatchibiti, Claude oder Gemini schreiben heute ganze Manuskripte.

00:07:57: Wo ehrliche Forschung mit unter Jahre dauert liefert die KI in zwei Stunden Ergebnisse.

00:08:05: Kaum jemand deckt so viele dieser Fälschungen auf wie Scholter David!

00:08:10: Er ist ein sogenanntes Science-Luth Ein Wissenschaftsschnüffler, einer der weltweit produktivsten Detektive in diesem Bereich.

00:08:18: Bereits veröffentlichte Studien durchforstet er auf Fehler, Fälschungen und andere Manipulationsmuster.

00:08:25: Mit einfachsten Mitteln leistet er woran milliardenschwere Wissenschaftsverlage immer wieder scheitern oder woran sie nicht entschieden genug arbeiten.

00:08:36: Seit Stunden schaue ich David über die Schulter Vom Küchendstuhl aus, der auf dem Fußabtreter steht, der den neuen Teppich vor Abdrücken schützen soll.

00:08:45: Direkt neben seinem Queen's Icebed!

00:08:48: Wer sich wissenschaftliche Detektivarbeiter als glamourös oder filmreif vorstellt irrt.

00:08:53: David wohnt in einem unscheinbaren Viertel am Rand von Oxford und auch sonst hat Sleuthing nichts mit Sherlock Holmes oder Miss Marple zu tun – oder jedenfalls fast nix.

00:09:05: Auch beim Sleuthing kommt es auf winzigste Details Zunächst unsichtbare Querverbindungen an.

00:09:12: Um die zu entdecken, scroll David durch Studien, vergleicht Bilder, prüft Tabellen Stunde um Stunde.

00:09:20: An diesem Tag wird er bis drei Uhr morgens weitermachen – da werde ich längst mit über anstrengten Augen und dröhnendem Kopf in meinen Hotelzimmer zurückgekehrt sein!

00:09:32: Vor David steht eine Dose klebrigen Energy-Drinks der neben ein paar unbenutzte Teebeutel Er sitzt leicht vorgebeugt, seine Augen fokussieren auf die medizinischen Abbildungen eines ellenlang PDFs.

00:09:47: Der Tower seines Computers soht stoisch wie ein alter Kühlschrank.

00:09:52: Mit dem Schnauzer und den rot-blonden Locken erinnert mich David an den Schauspieler Tom Selleck – nur dass der von ihm gemiemte Privatdelektiv Magnem wohl weder ungleiche Socken trug noch eine Rupix Cube-Sammlung im Wandregal stehen hatte!

00:10:08: Fast jede freie Minute nutzt David für das Slu-Thing.

00:10:11: Dafür kommt er oft sogar in der Mittagspause nach Hause, sein Büro bei einer Biotechfirma die eine Krebsimmuntherapie entwickelt ist nur wenige Fußminuten entfernt.

00:10:23: Mit seinen Aufdeckungen schenkt er den Verlagen etwas dass sie eigentlich selbst organisieren und bezahlen müssten – eine Qualitätskontrolle, die diesen Namen auch verdient!

00:10:34: Dabei haben viele Wissenschaftsverlage längst eigene Abteilungen für Integrität und Qualitätssicherung.

00:10:41: Hinzu kommt das berühmte Peer Review System, dabei prüfen Fachkolleginnen und Kollegen sogenannte PIRS Manuskripte vor der Veröffentlichung meist unbezahlt im Auftrag der Verlage.

00:10:55: Eine Studie erscheint erst wenn sie Methode Daten- und Schlussfolgerungen für Stimmig befunden haben.

00:11:02: So jedenfalls verspricht es die Theorie.

00:11:05: In der Praxis spart die Peer Review den Verlagen vor allem Kosten in Milliardenhöhe.

00:11:12: Eigentlich müsste David als Sleuth dank der Peer-Review also überflüssig sein, doch die Kontrollinstanzen der Wissenschaft sie versagen der Zeit.

00:11:23: Die Lücken sind so groß dass David und andere Sleutens täglich auf Ungereimtheiten stoßen sich kaum als versehen abtun lassen.

00:11:31: So erschien im Februar zwanzig vierundzwanzig, im Journal Fronches in Cell Development and Biology ein Manuskript mit der Abbildung einer Ratte, deren Penis doppelt so groß war wie der Rest ihres Körpers.

00:11:45: Dieses und andere Bilder des Studie waren offensichtlich KI generiert.

00:11:50: Immer wieder tauchen Studien- und Bücher auf, indem Autoren ihre KI Promts oder verräterische ChatGBT Antworten nicht aus dem Manuscript entfernt haben!

00:12:00: Oder in Abbildungen wurde so grob kopiert, radiert oder gestempelt als säße jemanden einem Einführungskurs für Bildbearbeitung.

00:12:11: Davids Wissenschaftsdetektiv-Hobby mutet wie ein zweiter Vollzeitjob an.

00:12:17: Gerade arbeite er an einem größeren Projekt, sagt er.

00:12:21: Vor einiger Zeit hat der mehrere Tausend Studien der Fachzeitschrift Onke Jean heruntergeladen.

00:12:27: Manchmal nehme er sich gezielt ein Journal vor, sagt David ohne dabei den Blick vom Bildschirm zu lösen.

00:12:33: So können Er zeigen wie systemisch das Problem ist statt nur Zufallswunde quer durch die Verlachslandschaft zu dokumentieren.

00:12:41: Oncogen ist für die Onkologie und Molekularbiologie eine angesehener Adresse – hier publizieren auch viele westliche Forschende.

00:12:49: Gemeinhin wird Wissenschaftsbetrug nämlich vor allem mit nicht-westlichen Ländern in Verbindung gebracht.

00:12:55: David will zeigen, dass es ein globales Problem ist.

00:13:00: Gerade ist er an einer Krebsstudie dran in der er mehrere problematische Westernblots entdeckt hat eine Labor-Methode die zeigt ob bestimmte Eiweiße in einer Probe aus dem Tumorgewebe vorkommen und in welcher Menge.

00:13:15: Für mich sehen diese Abbildungen aus wie eine Reihe nebeneinander gestellter Schnurrwerte Alle ähnlich, aber nicht gleich.

00:13:23: Mal dunkler, mal blasser, mal mit weicheren, mal herteren Rändern!

00:13:28: Schau dir mal diese beiden hier an, sagt David und lenkt mein Blick auf zwei Schnurrbärte.

00:13:35: Wenn du die eine etwas stauchst, sieht sie dieser hier verdammt ähnlich?

00:13:42: Das dürften Sie aber nicht – sie beschreiben unterschiedliche

00:13:45: Versuchsbedingungen.".

00:13:47: Dass sie wahrscheinlich identisch sind, verrät auch dieser kleine Fleck in der rechten Ecke.

00:13:54: Unter den zahllosen Tabs in Davids Browser ist immer auch Papier geöffnet.

00:14:00: Dort kann jeder wissenschaftliche Studien kommentieren und auf mögliche Probleme hinweisen – meist geschieht das Anonym ein Umstand für den die Plattform oft kritisiert wird.

00:14:11: Inzwischen finden sich dort über dreihundertfünfzigtausend Kommentare zu rund eineinhalbzigtaussend Studien.

00:14:18: Das Onlineforum ist die weltweit wichtigste Anlaufstelle, um systematisches Fehlverhalten in der Wissenschaft sichtbar zu machen.

00:14:26: Über siebentausend achthundert Mal hat David dort problembehaftete Studien inzwischen kommentiert – das ist selbst eine gewaltige Zahl!

00:14:37: Wie er auf dieses Pensum kommt, versteht man erst wenn man ihm eine Weile zuschaut?

00:14:45: Im Frühling, zwei Jahre nach seinen Start als Sleuth begann er mit einer Software namens ImageTrin zu arbeiten.

00:14:55: Sie half ihm verdächtige Bildähnlichkeiten zu finden oder zu bestätigen.

00:15:00: Doch je mehr Zeit er in Sleusing investierte, desto mehr wurde das Programm zum Bremsklotz.

00:15:06: Vor allem das Hochladen der PDF dauerte ihm zu lange – also schrieb es eine eigene Software!

00:15:13: Ein gutes Jahr brauchte David, um seinen Algorithmus zu programmieren.

00:15:18: Das Prinzip ist einfach und ähnelt dem von Image Twin oder Profic der zweiten weitverbreiteten Bildforensic Software.

00:15:26: was früher das Auge eines Sleuth leisten musste übernimmt nun eine Maschine.

00:15:31: sie sucht nach identischen oder teilweise übereinstimmenden Bild Bereichen allerdings schneller geduldiger und systematischer als jeder Mensch.

00:15:41: Verdächtige Stellen markiert sie mit farbigen Linien.

00:15:44: Seit Wochen scammed Davids Algorithmus fast ohne Pause-Studien, die in Onke Jean veröffentlicht wurden.

00:15:52: Automatisch extrahiert er die Abbildung aus den Papers, vergleicht sie und baut aus den Verdachtswellen ein neues PDF.

00:15:59: Es zeigt ausschließlich die Manuskriptseiten auf denen die Software mögliche Probleme markiert hat.

00:16:05: Im Gegensatz zu vielen anderen Sleuths sucht David also nicht mehr die Nadel im Heuhaufen.

00:16:11: Wenn man anfängt, einen Stapelstudien zu scannen ohne zu wissen dass es dort Probleme gibt hat man viel Zeit verschwendet.

00:16:19: Den Heuhaufen lässt er vorher durchsieben.

00:16:22: Auf seinem Tisch landet nur was irgendwie verdächtig aussieht.

00:16:27: Auf diesen vorsortierten von bunten Linien durchzogenen Haufen starren wir inzwischen seit mehreren Stunden.

00:16:35: Zunächst verstehe ich gar nichts, bin vom Farbenchaos überfordert.

00:16:40: Davids Augen hingegen sehen nach Jahren Erfahrung mit dieser Methode sofort, welche Linien harmlos sind und welchen nicht.

00:16:48: Viele der Treffer sind Fehlalarme.

00:16:50: Manchmal wiederholen sich Kontrollabbildungen zulässigerweise – manchmal wird dieselbe Probe in verschiedenen Farbkanälen gezeigt ….

00:16:59: Nicht so bei diesem Paper dass der Algorithmus gerade ausgespuckt hat!

00:17:04: Wieder eine Krebsstudie, wieder tauchen mehrere Abbildungen doppelt auf.

00:17:10: David recherchiert woher eines der Bilder stammt.

00:17:13: Offenbar haben sich die Autoren wahllos bei einer anderen Studie bedient und dabei ausgerechnet eine weitere Fake-Studie erwischt.

00:17:22: Das System recycelt inzwischen seinen eigenen Müll.

00:17:25: Fälschungen werden zum Rohmaterial für die nächste Täuschung.

00:17:31: Das ist doch absurd!

00:17:32: sagt David und lacht trocken.

00:17:37: Die Putzkolonne der Wissenschaft.

00:17:41: Auf das Thema Forschungsintegrität stieß David eher beiläufig, als er gemeinsam mit seiner damaligen Freundin eine Übersichtsstudie zur Wirksamkeit von Echinacea Sonnenhut schrieb.

00:17:54: Die Pflanze soll vor allem bei der Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen helfen.

00:17:59: David merkte, dass die Statistiken vieler Echinacia-Studien nicht.

00:18:04: Zur selben Zeit stieß er auf Papier.

00:18:08: Weil klassische Fachzeitschriften kaum Interesse an seiner Kritik zeigten, veröffentlichte er sie eben dort.

00:18:14: Schnell fiel ihm auf, dass sich viele Sluths auf visuelle Ungereimtheiten konzentrieren.

00:18:20: Auffälligkeiten lassen sich auf Bildern schneller erkennen und auch von Dritten etwa verlagen leichter nachvollziehen.

00:18:28: Beim Sloothing muss man das Fachgebiet, das man unter die Lupe nimmt nicht studiert haben.

00:18:33: Es reicht, wissenschaftliche Grundprinzipien zu kennen und ein gutes Auge oder eine helfende Software zu haben.

00:18:41: Warnsignale sind etwa wiederkehrende optische Muster.

00:18:45: In den Materialwissenschaften geht es oft um Hintergrundrauschen – feine, zufällige Strukturen im Bild die beispielsweise durch das Messgerät entstehen und wie einen Fingerabdruck einmalig und zufähig sein müssten dann aber plötzlich mehrfach auftauchen!

00:19:03: In biomedizinischen Studien werden häufig Abbildungen von Labortests oder Zellkulturen bearbeitet, gedreht und kopiert um Ergebnisse plausibler oder wissenschaftlich bedeutsamer erscheinen zu lassen.

00:19:18: Oft hat nicht die sauberste Forschung die besten Chancen auf eine Veröffentlichung sondern die spektakulärste!

00:19:24: Ein klares, positives Resultat verkauft sich besser als die ernüchternde Nachricht das ein Medikament nicht wirkt.

00:19:32: Ein Versuch gescheiterte es oder eine Hypothese falsch war.

00:19:36: Doch genau solche negativen Ergebnisse wären genauso wichtig!

00:19:41: Das Vielanreizsystem dahinter schwebt über der Branche wie ein alter Fluch – publish or perish.

00:19:48: Wer nicht veröffentlicht verschwindet in der akademischen Bedeutungslosigkeit.

00:19:53: Oft zählt die Anzahl der Veröffentlichung mehr als deren Substanz.

00:19:58: Genau diese Logik treibt viele Manipulationen überhaupt erst an, es ist inzwischen nach zwanzig Uhr.

00:20:07: David hat in den vergangen Stunden akribisch recherchiert seine Verdachtswelle geprüft und fast ein Dutzend Kommentare auf Papier veröffentlicht.

00:20:17: Trotzdem sehe ich bei ihm keine Anzeichen von Müdigkeit – Es wirkt, als könnte er noch Stunden im selben Tempo weitermachen!

00:20:24: David braucht immer etwas zu tun.

00:20:26: Stillstand liegt ihm nicht!

00:20:29: Während der Arbeit an seiner Dissertation baute er monatelang im Garten und später im Wohnzimmer seiner damaligen WG eine Ruderboot aus Sperrholz, einfachum zu sehen ob es schwimmen würde.

00:20:42: Genau einmal fuhr er damit auf einen kleinen Fluss hinaus.

00:20:45: danach zersägt er es.

00:20:48: Wenn er eine Weile lang nichts auf Papier veröffentlicht beginnt er sich zu sorgen, dass anderes Los ihn überholen könnten auf einer Kommentarrangliste die nur in seinem Kopf existiert.

00:21:01: Am nächsten Vormittag sitzt er wieder vor dem Rechner.

00:21:04: Ein Forscher dessen Studie David auf Papier kritisiert hat, hat geantwortet – solche Reaktionen sind selten!

00:21:12: Der Autor könne die Vorwürfe nicht nachvollziehen, außerdem hätten die beanstandeten Fehler keinen Einfluss auf das Fazit der Studie.

00:21:22: Dieses Argument hören er und Anders Luth ständig.

00:21:26: – Ich lese das Fazit gar nicht, sagt David.

00:21:30: Es interessiert mich null!

00:21:32: Das ist etwas für Amateure.

00:21:34: Ich will wissen ob wissenschaftlich sauber gearbeitet

00:21:37: wurde.".

00:21:38: Die Erde, so David, bleibt schließlich auch dann rund wenn jemand eine Fake-Studie schreibt in der er logisch nachvollziehbar zum Gegenteiligen Schluss kommt.

00:21:49: Bei David läuft fast alles schneller als bei den meisten Menschen.

00:21:52: ich kenne Sein Denken, sein Sprechen, sein Sloothing.

00:21:56: Seine Papierkommentare entstehen in einem atemberaubenden Tempo und selbst beim Gehen komme ich kaum hinterher.

00:22:03: Als wir zusammen in einem Supermarkt laufen muss David abrupt am Eingang abbremsen weil sich die automatische Skibetür nicht schnell genug vor ihm öffnet.

00:22:13: Er weiß selbst dass seine Produktivität viele misstrauisch macht.

00:22:17: Für seine Kritiker heißt das Er arbeitet nicht allein, wird dafür bezahlt oder hat ein verstecktes Netzwerk im Rücken.

00:22:24: Oder er arbeitet schlampig?

00:22:28: David widerspricht!

00:22:29: Er arbeitet schnell sagt er aber nicht hastig.

00:22:33: Seine Schlagzahl sei kein Zeichen von Oberflächlichkeit sondern das Ergebnis von Spezialisierung.

00:22:39: Wie viele anderes Luth konzentriert er sich vor allem auf Bilder dazu auch einige Zelllinien und Gelegentliche auf Primer also kurze DNA-Stücke.

00:22:50: Auf diesem engen Feld sei er über Jahre hinweg sehr gut geworden.

00:22:55: Nur zehnmal, sagt David, habe er sich geirrt und seine Kritik zurückgezogen.

00:23:01: Dass ein Sluthing etwas Außergewöhnliches sein soll, findet David nicht.

00:23:06: Manche Leute pflegen das Bild – sie hätten einen ganz besonderen Blick!

00:23:11: Ich glaube es nicht.

00:23:13: Das ist keine besondere Begabung sondern einfach ein spezielles Interesse.

00:23:18: Alle können das erkennen, wenn sie nur genau hinschauen.

00:23:23: Dafür dass Davids These stimmt bin ich der beste Beleg.

00:23:27: Nach nicht einmal zwei Stunden in denen ich ihm zugesehen habe entdecke ich zwei manipulierte Abbildungen – ohne Software!

00:23:36: Nur mit einem sorgfältigen Blick.

00:23:40: Eine Frage lässt mich während der gesamten Recherche nicht los.

00:23:44: Warum macht Scholto David das alles?

00:23:46: Noch dazu so

00:23:47: exzessiv?!

00:23:48: Was treibt ihn beim Sloothing an?

00:23:51: Sein Sloothe werden oft persönliche Rachefeldzüge gegen einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstellt.

00:23:58: Gescheiterte Forscher heißt es dann, würden Kollegen den Erfolg nicht gönnen!

00:24:03: Davon spüre ich überhaupt nichts – weder bei David noch bei den anderen Wissenschaftsdediktiven die ich in den vergangenen Monaten kennengelernt und bei der Arbeit beobachtet habe….

00:24:14: Der Vorwurf wirkt eher wie ein Versuch, die Rollen von Täter und Opfer umzukehren.

00:24:20: Sluths wie David sind Idealisten.

00:24:23: Ihnen geht es um die Wissenschaft – um diese gigantische Erkenntnismaschine!

00:24:29: Sie wollen verhindern, dass zu viel Sand ins Getriebe gelangt.

00:24:32: Ihre Arbeit treibt die Wissenschaft gewissermaßen rückwärts voran.

00:24:36: Nicht durch neue Veröffentlichungen sondern indem sie Fälschungen aus der Literatur entfernen wie Müll.

00:24:43: Sie sind die Putzkolonne der Wissenschaft.

00:25:15: Nicht deuten oder verurteilen.

00:25:18: Das sei die Aufgabe von jemand anderem!

00:25:22: Er mag es vor allem zu recherchieren, Widersprüche freizulegen und Diskussionen in Gang zu setzen.

00:25:28: Es geht ihm nicht um grundlosen Streit – wohl aber um die Reibung, die entsteht….

00:25:34: Früher, erzählt er, habe er obsessiv Fragen auf der Plattform Yahoo Answers beantwortet so oft dass er am Ende einen Level Seven Account hatte die höchste Stufe die man dort erreichen konnte.

00:25:48: Sleuthing ist für David auch ein Ventil.

00:25:51: Ich liebe es Unruhe zu stiften und den Autoren E-Mails zu schreiben.

00:25:57: Eine Wissenschaft die ihm ständig neues Material liefert Ist eine beinahe unerschöpfliche Quelle für solche Auseinandersetzungen.

00:26:06: Ob er seinen fein justierten Algorithmus einem Verlag zur Verfügung stellen würde, frage ich ihn.

00:26:13: Schließlich steht eine Basisversion schon jetzt kostenlos im Netz.

00:26:18: Er lacht schallend.

00:26:20: Um Himmels Willen nein!

00:26:22: Warum nicht?

00:26:23: Schließlich ist das Programm äußerst effektiv – weil ein Verlag damit noch mehr Betrug reinwaschen könnte….

00:26:32: Es dauert einen Moment bis mir klar wird was er meint.

00:26:36: Bei Verdachtsfällen kontaktieren Verlage die Autoren, fordern Erklärungen oder Originaldaten an und geben ihnen nicht selten die Möglichkeit verdächtige Bilder, Statistiken oder Textstellen zu ersetzen.

00:26:48: Fehler raus – Problem gelöst!

00:26:50: Jedenfalls auf den ersten Blick Was nach Korrektur aussieht kann in Wahrheit eine Vertuschung sein Denn es verschwindet nicht nur der sichtbare Marke, sondern auch die Spur des ursprünglichen Betrugs.

00:27:04: Die Sleuth nennen das Fraught Lawnring.

00:27:09: In Davids Schlafzimmer ist die Luft jetzt schwer und steckig!

00:27:13: Wir machen eine Pause, steigen in einen Bus und laufen den letzten Meter zu einem Pap – es regnet.

00:27:19: Während wir aufs Essen warten, check David erneut ob jemand auf seine neuesten Pap-Pier Kommentare reagiert hat.

00:27:26: Dann sprechen wir über seine Familie.

00:27:28: Zu seinen Eltern hat David heute fast keinen Kontakt, zu seinem älteren Bruder und seinen beiden jüngeren Halbgeschwistern nur wenig.

00:27:37: Aufgewachsen ist er in Somerset im Südwesten Englands – seine Kindheit sagt er sei schwierig gewesen.

00:27:44: Danach wechselt er das Thema, erzählt dass er sich zwischenzeitlich auch vorstellen konnte Helikopterpilot zu werden und in Wettbüros gearbeitet hat Und dass er einmal an einem Einstellungstest des britischen Inlandsgeheimdienstes MI-V teilgenommen hat.

00:28:00: Aus dem Job wurde nichts, aber einen Bleistift ließ er mitgehen, erzählt der und grinst breit.

00:28:07: Da ist er wieder – der Troublemaker!

00:28:11: Zurück in seine HauswG komme ich noch einmal auf seine Kindheit zu sprechen.

00:28:16: Eine Zeit lang unterrichtet seine Mutter ihn und seinen Bruder Zuhause.

00:28:21: Das klingt erst mal gut, sagt David Aber meine Mutter war eine grauenhafte Lehrerin.

00:28:27: Statt zu lernen, muss David oft seinem Stiefvater auf Baustellen helfen.

00:28:32: Dabei will er eigentlich wieder in eine reguläre Schule gehen – Freunde haben!

00:28:37: Das Verhältnis zum Mutter und zu seinem Stielvater ist angespannt.

00:28:41: Der Teenager reist immer wieder aus, setzt sich ins Hüge nach London, schlägt sich durch übernachtet auf Bahnhöfen, Hauptsache weg….

00:28:51: das fällt ihm nicht leicht über diese Zeit zu sprechen.

00:28:55: Er schaut mich dabei kaum an, seine Augen bleiben meist auf den Bildschirm gerichtet.

00:29:00: Wenn zwischen uns kurze Stille entsteht, wandert sein Blick suchend auf der Zimmerdecke umher.

00:29:07: In den Sommerferien-Sechs hilft David in einem kleinen Sägewerk aus.

00:29:13: Eine Woche lang sägt er Holz, räumt die Scheune auf und bekommt am Ende ein paar Hundert Pfund – für einen fünfzehnjährigen viel Geld!

00:29:21: Seine Mutter und sein Stiefvater holen ihn ab.

00:29:24: Kaum sitzen sie im Auto, erinnert sich David beginnt neuer Streit.

00:29:29: Und ich wusste dass Sie mir das Geld wegnehmen würden!

00:29:33: Als der Wagen für eine Pause an einem Pub hält und David im Auto warten soll läuft er erneut davon – diesmal nicht nach London.

00:29:42: Er nimmt die Fähre nach Frankreich.

00:29:44: Gut einen Monat zieht er ziellos umher.

00:29:49: Irgendwann greift ihn die Polizei auf.

00:29:51: Weil er minderjährig ist, kommt er in Pflegefamilien und Heime.

00:29:55: Dort bleibt er nie lange, reist immer wieder aus – schließlich sagt er den Behörden, wer er wirklich

00:30:02: ist.".

00:30:03: Das Telefonat mit seiner Mutter sei unangenehm gewesen, erinnert sich David.

00:30:09: Am Ende bekommt er eine Notreisepass- und ein Flugticket nach Großbritannien.

00:30:14: Kaum zurück bei seiner Familie läuft er wieder davon….

00:30:18: Diesmal kommt er bei der YMCA unter the Young Man's Christian Association, die unter anderem jugendlichen Zimmer vermittelt, die von ihren Eltern getrennt leben.

00:30:30: David geht wieder zur Schule, schließt seine A-Levels ab – das britische Äquivalent zum Abitur und zieht mit seiner damaligen Freundin zusammen.

00:30:39: Er studiert Biochemie an der Universität York nicht aus Leidenschaft eher aus Pragmatismus.

00:30:46: Später bewirbt er sich mehrfach für Medizin, kommt aber nie über erste Gespräche hinaus.

00:30:52: Mit seiner Arbeit als Wissenschaftler in der Biotech-Branche hat er sich inzwischen arrangiert – wie Laborratten auf Futtersuche!

00:31:02: Wenn Scholte David in seinem kleinen WG-Zimmer sitzt und nach Betrug sucht, arbeitet er zwar allein….

00:31:10: …aber er ist nicht alleine.

00:31:13: Elisabeth Bick ist eine der Pionierinnen des Science Loothings.

00:31:17: Ich treffe sie einige Monate zuvor in Stockholm.

00:31:21: Die niederländische Mikrobiologin gilt in der Research Integrity Szene als Ikone.

00:31:27: Seit fast fünfzehn Jahren spürt sie manipulierte Studien auf, im Gegensatz zu den meisten anderen tut sie das inzwischen hauptberufliche und hat eine Beratungsfirma mit der sie gegen Bezahlung für Verlage- und Universitäten Publikationen prüft und unabhängige Gutachten erstellt.

00:31:44: Manche nennen Sie OG – Original Gangster weil sie das Feld begründet hat.

00:31:50: Big selbst mag die Bezeichnung nicht besonders!

00:31:53: Als wir durch Stockholms Altstadt laufen, wirkt die fast sechzigjährige ohnehin wie das Gegenteil eines Gangsters groß gewachsen mit schulterlangen braunen Haaren ruhig freundlich fast fürsorglich Selbst nach fast fünfundzwanzig Jahren im Silicon Valley trägt ihr Englisch noch die weichen Ränder ihrer Muttersprache.

00:32:16: Wir sind auf derselben Konferenz zu Gast.

00:32:18: Zwei Tage lang debattieren an der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften rund zwei Dutzend Gäste darüber, wie sie sich das wissenschaftliche Publikationssystem reformieren ließe.

00:32:30: Viele sind aus dem Ausland angereist – aus anderen europäischen Ländern, Nord und Südamerika, aus China!

00:32:38: Im Kern kreisen die Gespräche um eine einfache Frage.

00:32:42: Wie könnte es in der Wissenschaft wieder stärker um Erkenntnis gehen und weniger um deren Vermarktung?

00:32:49: Denn Wissenschaft ist nicht nur ein System des Fortschritts, sie ist auch ein Markt.

00:32:55: Und veröffentlichte Studien sind nicht bloß Forschungsergebnisse – Sie sind eine Währung, Status-Symbol und zugleich Voraussetzung für Fördergelder und Karriere-Schritte.

00:33:07: Wer viel veröffentlich steigt leichter auf!

00:33:10: Und wo Erkenntnis zum Wettbewerb wird entsteht auch ein Markt für Betrug.

00:33:16: Kommerzielle Wissenschaftsverlage bekommen Artikel kostenlos von Forschenden, deren Arbeit meist öffentlich finanziert ist.

00:33:24: Im Rahmen des Peer Review-Verfahrens übernehmen andere Wissenschaftler die Begutachtung ebenfalls unbezahlt.

00:33:31: Für den Zugang zu den fertigen Artikeln zahlen dann Bibliotheken und Forschungseinrichtungen meist mit öffentlichen Mitteln in Millionenhöhe.

00:33:41: Selbst das vielgeprisene Open Access Modell hebt diese Logik nicht auf.

00:33:46: Es verschiebt nur die Kosten.

00:33:48: Dann zahlen die Autoren oder ihre Institutionen teilweise mehrere Tausend Euro pro Veröffentlichung, die danach kostenfrei zur Verfügung stehen.

00:33:58: Dieses Geschäftsmodell spült Jahr für Jahr Milliarden in die Kassen!

00:34:04: Eine Studie aus dem November zwanzig fünfundzwanzig hat die Finanzen der großen Wissenschaftsverlage genauer vermessen – die vier weltgrößten kommerziellen Verlage Elsevier, Springer Nature, Relay und Taylor & Francis nahmen im Jahr nur mit Zeitschriften Veröffentlichungen mehr als US-Dollar ein.

00:34:26: Zwischen der Jahre zwischen dem Jahr zu den Jahresjahr und dem Jahr zum Jahr erzielten sie zusammen Gewinne von mehr als zwölf Milliarden Dollar.

00:34:33: Die Gewinnmargen lagen teilweise bei fast vierzig Prozent – höher als beim Microsoft, Alphabet oder Saudi Aramco!

00:34:42: der weltgrößten Erdölförder-Gesellschaft.

00:34:45: Man fühlt sich genötigt festzuhalten, dass statt der wahren Wissenschaft sie die wahre Wissenschaft vertreiben.

00:34:57: Elisabeth Bick hat früh gezeigt wie groß das Problem ist.

00:35:01: Bereits in den letzten Jahren, wie sie nach, dass in rund drei Prozent der biomedizinischen Studien manipulierte Abbildungen vorkommen.

00:35:10: Ein Jahr lang sichtete sie dafür die Bilder in zwanzigtausend sechshundertundzwanzig wissenschaftlichen Artikel.

00:35:17: Nach Feierabend und am Wochenende, Hilfsprogramme wie Sie heute verlage, Scholte David oder inzwischen auch Big selbst nutzen gab es damals nicht – sie prüfte alles von Hand mit bloßem Auge!

00:35:31: Schon deshalb dürfte die tatsächliche Quote höher liegen….

00:35:36: Eine Studie vom September zwanzig-fünfundzwanzig kam zu dem Schluss, dass fast zehn Prozent der zwischen nineteenhundertneunundneunzig und zwanzichvierundzwanziger veröffentlichten Krebsstudien Merkmale aufweisen, die auf die Produktion durch eine Papermittel hindeuten.

00:35:52: In manchen Fachzeitschriften lag der Anteil sogar bei über dreißig Prozent.

00:35:58: Als ich Big in Stockholm und später auf einem Krebskongress in Berlin über Wissenschaftsbetrug sprechen höre, tut sie das geduldig und präzise!

00:36:07: Aber sie wirkt auch müde.

00:36:09: Mühde, ob der immergleichen Floskeln die auf solchen Konferenzen zwischen Bühne und Publikum kreisen wie Laborratten auf der Suche nach dem Futterknopf.

00:36:18: Integrität!

00:36:20: Verantwortung!

00:36:22: Reformen!

00:36:23: Big kann das alles nicht mehr hören.

00:36:27: Und doch bleibt sie freundlich wenn sie erklärt woran das System aus ihrer Sicht krankt.

00:36:32: Theoretisch, sagt sie, sollte die akademische Welt voller kritischer Denker sein.

00:36:39: Doch in der Praxis, besonders am Anfang einer Karriere herrscht ein stark hierarchisches System.

00:36:45: Wenn Doktoranden etwas Fragwürdiges in der Arbeit ihres Forschungsleiters entdecken und es melden kann das ihre Laufbahn beenden.

00:36:54: Durch Bix-Beiträge in den sozialen Medien wurde Scholto David überhaupt erst auf the sleuthing aufmerksam.

00:37:00: Die Szene ist klein aber sie wächst.

00:37:03: Sie ist global verteilt und digital organisiert.

00:37:07: Auf mich wirkt sie wie ein loses gallisches Dorf im Netz, über viele Zeitzonen verstreut aber geeint durch das Misstrauen gegenüber einem Publikationssystem, dass zu viele Fälschungen durchwinkt.

00:37:22: Der Austausch läuft über die Online-Messaging und Arbeitsplattform Slack – Zutritt erhält nur wer eingeladen wird!

00:37:30: Wie viel Smooth es weltweit gibt ist ähnlich unklar wie die Zahl der problematischen Studien.

00:37:37: Eine trennscharfe Definition gibt es nicht.

00:37:41: Leute wie David, die dem Aufspüren von Fälschungen gefühlt jede freie Minute widmen sind extrem selten – vielleicht zwei Dutzend arbeiten regelmäßig an Fällen!

00:37:52: Ein weiterer kleiner Kreis lootht eher sporadisch.

00:37:57: Zurück in Oxford Es ist mittlerweile der Dritttag auf dem Küchenstuhl und Fußabtreter auf dem Teppich.

00:38:05: Der Regen schluckt das wenige Licht, dass durch die Vorhänge fällt.

00:38:10: Unter den Tausenden Studien, die David auf Papier kommentiert oder den Verlagen gemeldet hat sind ihm einige besonders im Gedächtnis geblieben.

00:38:19: Anfang twenty-fünfundzwanzig stieß er auf einen Fall am MD Anderson Cancer Center in Houston, Texas – einem der größten Krebsforschungsinstitute der Welt.

00:38:32: Dort war über Jahre hinweg mit öffentlichen Geldern ein Heiler beschäftigt worden, der versuchte Lungenkrebs in Mäusen allein durch Anschauen zu heilen.

00:38:42: »Das ist so absurd!

00:38:45: Das will mir einfach nicht in den Kopf« bricht es aus David heraus als er mir diesen Fall erzählt.

00:38:52: Sein üblicher Zynismus klingt in diesem Moment eher wie Wut In einem großen Krebskrankenhaus macht ein Labor komplizierte echte Wissenschaft und ein paar Türen weiter versucht, einer den Krebs einfach wegzuträumen.

00:39:07: Einen Krebs dem man den Mäusen vorher absichtlich injiziert hat – ich finde das schockierend!

00:39:15: Für einen anderen Fall wäre David Beinah nach Indien geflogen.

00:39:19: Es ging um eine Studie aus dem Jahr zwanzig.

00:39:21: zweiundzwanzig Feder führen von zwei renommierten Forschungseinrichtungen in London und hier in Oxford veröffentlicht.

00:39:29: Darin wurde behauptet, ein indisches Krankenhaus habe für die Wirksamkeitsprüfung eines Nasensprays gegen Covid-IX fast vierhundert Mitarbeitende rekrutiert.

00:39:41: David wurde misstrauisch und sah sich die Klinik auf Google Maps an.

00:39:45: Man hat sofort erkannt das dort niemals so viele Leute arbeiten können, sagt.

00:39:50: Er versuchte, Menschen vor Ort zu finden die das Krankenhaus verdeckt filmen würden.

00:39:56: Schließlich telefonierte er mit einem leitenden Arzt der Klinik.

00:40:01: Als ich es ganz harmlos gefragt habe wie viele Leute dort arbeiten sagte er vielleicht hundert.

00:40:07: Als sich dann auf die Studie zu sprechen kam waren es plötzlich viel mehr.

00:40:13: Im Mai zwanzig fünfundzwanzig wurde die Studier zurückgezogen über zwei Jahre nachdem David sie gemeldet hat Offiziell wegen Problemen bei den Ethikfreigaben und der Rekrutierung von Teilnehmenden.

00:40:29: Hier haben ein paar westliche Akademiker indische Menschen wie Versuchskaninchen behandelt, um mit einer Fake-Studie schnellen Erfolg zu haben – am Ende wurden sie selbst über den Tisch gezogen!

00:40:41: Das hatte immerhin eine gewisse Ironie, sagt David.

00:40:46: Aus seinen fast achttausend Pap-Pier-Kommentaren haben sich nur wenige zu großen Fällen entwickelt.

00:40:54: Der bekannteste ist der Amdana Farber Cancer Institute, einem der renommiertesten Krebsforschungsinstitute der Welt und Lehrkrankenhaus der Harvard Medical School.

00:41:05: Auch dieser Fall begann unscheinbar mit einer dubiosen Studie eines eher unbekannten Forschers.

00:41:12: Von dort aus arbeitete David sich weiter von Autor zu Autor – von Co-Autor zu Co-Autor.

00:41:20: Solche Verbindungen sind für Sleuth oft aufschlussreich, denn sie zeigen wo sich problematische Muster häufen und wo vielleicht mehr dahinter steckt als ein einzelner Ausrutscher.

00:41:31: Schließlich stieß David auf Sam As-Yoon, Leiter der Abteilung für Krebschirurgie am Columbia University Irving Medical Center und entdeckte in einer Reihe seiner Arbeiten überlappende oder doppelt verwendete Bilder.

00:41:47: In einer dieser Studien tauchte noch ein weiterer Name auf – Norman Sharples, US-Grebsforscher und früherer Direktor des National Cancer Institute.

00:41:58: David wurde schnell klar, dass dieser Fall das Zeug zum Skandal hatte.

00:42:05: Studie für Studie, Abbildung für Abbildung prüfte er sich durch fast eintausend Veröffentlichungen!

00:42:11: Erfand fragwürdige Westernblots, Auffälligkeiten in Flow-Sytometry Abbildungen und sogenannte Splices.

00:42:18: Also Hinweise darauf dass Bildteile aus verschiedenen Bereichen zusammengefügt worden waren.

00:42:25: Dazu kamen duplizierte Mausbilder und mikroskopische Aufnahmen von Knochenmark die offenbar kopiert zusammengesetzt oder anderweitig bearbeitet worden waren.

00:42:36: Viele dieser Arbeiten waren ausgerechnet in jenen Zeitschriften erschienen, die im Wissenschaftsbetrieb als Non plus Ultra gelten – Cell, Nature und Science.

00:42:47: Auf den Autorenlisten standen einige der ranghöchsten Forscher von Dana Farber.

00:42:54: Zunächst dokumentierte David seine Funde auf Papier.

00:42:58: Anfang Januar, veröffentlichte er zusätzlich einen Beitrag auf For Better Science dem weltweit prominentesten Research Integrity Block.

00:43:08: Danach ging es ausnahmsweise schnell – nur etwa eine Woche später kündigte Deiner Faber an, sechs Studien zurückziehen und einunddreißig korrigieren zu wollen!

00:43:18: Der Fall wurde auch von der New York Times und dem Guardian aufgegriffen und erreichte eine breitere Öffentlichkeit als die meisten Sluths gewohnt sind.

00:43:28: Ich will von David wissen, ob er manchmal Angst hat mit seinen schluthigen Öhl ins Feuer der Verschwörungserzählungen zu gießen.

00:43:36: Leute zu bestätigen die Wissenschaft ohnehin verachten.

00:43:40: Im Gegenteil sagt er – ich glaube die Menschen hätten mehr Vertrauen in die Wissenschaft wenn sie sehen würden dass gerade die den Sie wirklich am Herzen liegt sie riegelos kritisieren.

00:43:52: Kurzfristig mag es Schaden solchen Betrug offenzulegen langfristig Stärkt es das Vertrauen in die Wissenschaft?

00:44:01: Doch der Preis ist mitunter hoch.

00:44:03: Manche Sluths werden von Forschenden, die sie kritisieren, mit Klagen bedroht.

00:44:08: Andere erhalten Hassmails, anonyme Drohungen oder werden öffentlich diskreditiert – auch David ist das schon passiert!

00:44:19: Er zeigte beide daraufhin wegen angeblicher Belästigung und Erpressung an.

00:44:32: Die Anzeige wurde abgewiesen, doch Bix' Privatadresse gelangte an die Öffentlichkeit und ein Shitstorm brach über sie herein.

00:44:40: Ich wurde beschimpft und verspottet.

00:44:42: man hat mich beleidigt meinen Aussehen verhöhnt und mir Verbrechen unterstellt.

00:44:47: Manche behaupteten sogar Sie wüssten wo meine Familie lebt – das war beängstigend erinnert sich Bix'.

00:44:54: Auch Andres Luz gerieten ins Visier.

00:44:57: Zwanzigsebzehn verklagte Carlo Croci, ein prominenter Gräfsforscher an der Ohio State University, den Sluice David Sanders wegen Verleumdung und vorsätzlicher Zufügungen seelischen Leids.

00:45:10: Sanders hatte Probleme in rund dreißig Artikeln identifiziert, an denen Croci mitgewirkt hatte.

00:45:17: Sanders gewann den Fall!

00:45:32: Im Kern ging es um Scheinkonferenzen, die nie stattfanden aber massenhaft Zitationen erzeugten.

00:45:39: Auf diesem Weg soll Professor Shadi Al-Jawane von der Jordan University of Science & Technology mehr als sechstausend Referenzen erhalten haben.

00:45:48: Pirelli wurde anwaltlich aufgefordert, seinen Blockbeitrag zu löschen.

00:45:52: Er tat es nicht – kurz darauf folgte eine Verleumdungsklage.

00:45:58: Warum trotz angeblicher Millioneninvestitionen der Verlage jedes Jahr tausende problematische Studien erscheinen hängt stark davon ab wen man fragt?

00:46:08: Für vieles Loose und Integritätsforscher ist die Antwort klar!

00:46:12: Die Verlage stehen in einem strukturellen Interessenkonflikt.

00:46:16: Sie verdienen an jedem veröffentlichten Paper unabhängig davon, ob es seriös erarbeitet oder manipuliert wurde.

00:46:24: Selbst fälschen sie zwar keine Daten – verbreiten diese am Ende aber!

00:46:30: Bevor ich nach London reise um die Sicht des zweitgrößten Wissenschaftsverlags der Welt zu hören treffe ich Scholte David ein letztes Mal.

00:46:39: In seiner Mittagspause bleiben ihm nur forty-fünf Minuten fürs Sloothing – Besser als nichts, sagt er, als wir uns vor seinem Büro treffen.

00:46:48: Kaum sind wir in seinem Zimmer, legt er los und ruft die erste Studie auf, die sein Algorithmus markiert hat.

00:46:54: Wir finden nichts Spektakuläres, ein paar überlappende Bildteile in einer Krebsstudie der Max-Planck-Gesellschaft.

00:47:02: Die Querverbindung zwischen den Autoren ergeben Nichts, ich nutze die Zeit um David zu fragen wie er seine Zukunft sieht!

00:47:11: Große Illusionen über die Wirkung seiner Arbeit machte sich nicht.

00:47:15: Es sei doch bezeichnend, sagt David, dass selbst Tausende mutmaßlich gefälschte oder manipulierte Studien die Forschungscommunity offenbar nicht ernsthaft erschüttern.

00:47:25: Selbst seine Enthüllungen zu Daner Faber würden die Krebsforschung jetzt nicht zwanzig Jahre

00:47:31: zurückwerfen.".

00:47:33: Vieles, was unter großem Aufwand publiziert wird, scheint für den tatsächlichen Fortschritt also weniger wichtig zu sein als das System behauptet.

00:47:43: Was

00:47:43: sagt es über den Wert einzelner Studien aus?

00:47:47: Könnten wir vielleicht auf einen Großteil der aktuellen Forschung verzichten?

00:47:51: David findet – absolut!

00:47:56: Auch in fünf Jahren da ist er sich sicher Wird es noch genug Fake-Studien geben, um mit dem Sluicing so obsessiv weiterzumachen wie bisher?

00:48:04: Gleichzeitig hofft er sich irgendwann ein anderes Leben aufbauen zu können.

00:48:10: Eine Freundin wäre schon schön, sagt der fast träumerisch.

00:48:14: Andererseits wäre er auch nicht allzu traurig wenn es erst einmal so bliebe wie jetzt – im Dauer-Sloothing-Modus!

00:48:22: Es ist ja unterhaltsam genug.

00:48:27: Die Probleme sieht jeder

00:48:29: blinde.".

00:48:31: Am nächsten Tag steige ich in London aus der U-Bahn.

00:48:34: Nach den stillen Tagen in Oxford wirkt die Großstadt auf mich wie ein Stromschlag, Der Geruch von Coffee to Go mischt sich mit den Abgasen des morgendlichen Verkehrs.

00:48:45: Ich bin hier um Vertreter von Springer Nature zu treffen dem einzigen der vier größten Verlage, der mir ein solches Treffen angeboten hat.

00:48:54: Das Verlagsgebäude liegt nur wenige Gehminuten vom Bahnhof Kings Cross entfernt.

00:49:00: Hinter der alten Steinfassade öffnet sich ein heller moderner Bürokomplex.

00:49:04: Viel Glas, viel Weiß!

00:49:07: In den Großraumbüros die über mehrere Etagen verteilt sind ist an diesem Morgen wenig los.

00:49:14: Im Eingangsbereich fällt mein Blick auf einen großen Bildschirm in einer Sitzecke.

00:49:19: Darauf läuft ein Imagefilm von Spring & Nature, junge Forschende im Labor beim Austausch, beim Experimentieren dazwischen Animationen biologischer Strukturen.

00:49:30: Eine der Kernbotschaften lautet – jede Forschung bringt Fortschritt!

00:49:35: Keine Forschung wird ausgeschlossen.

00:49:39: Genau darin denke ich abermals liegt ein großer Teil des Problems.

00:49:44: Es wird schlicht zu viel veröffentlicht.

00:49:48: Das System ist derart überlastet, dass eine gründliche Qualitätskontrolle ohne tiefgreifende Reformen unmöglich ist.

00:49:57: Ich unterstreiche mir diesen Gedanken dreimal im Notizbuch.

00:50:01: Dann führt mich die Sprecherin des Verlags in einen Konferenzraum.

00:50:05: Mit am Tisch sitzen Chris Graf, Leiter des Research Integrity Teams von Springer Nature und mehrere Mitarbeitende aus der Qualitätzicherung.

00:50:13: Fast zwei Stunden sprechen wir miteinander – es bleibt an der Oberfläche!

00:50:18: Ich erfahre wenig Neues.

00:50:20: Der Verlag will nicht offenlegen, mit welchen Mitteln er gegen die wachsende Zahl gefälschter oder manipulierter Manuskripte vorgeht.

00:50:28: «Man wollte den Papermilz keine Einblicke in die eigenen Methoden geben», heißt es.

00:50:33: Vor meinem inneren Auge lacht Scholte David suffisant darüber.

00:50:37: Was zur Hölle glauben sie eigentlich schützen zu wollen?

00:50:41: Jeder Blinde sieht doch dass deren Methoden nicht funktionieren!

00:50:48: Auf kritische Nachfragen bekomme ich oft ausweichende Antworten, die mich eher an eine Minenbetreibergesellschaft erinnern, die für ihre Extraktionen giftige Chemikalien einsetzt als einen Wissenschaftsverlag.

00:51:01: Besonders irritiert mich wie Stark Spring & Nature und andere große Verlage auch beim Prüfen seiner Manuskripte inzwischen auf Algorithmen, KI- und automatisierte Verfahren setzt.

00:51:13: Dabei ist die Technik gar nicht das Problem – ganz im Gegenteil!

00:51:18: Die Methoden zum effektiven Kampf gegen Wissenschaftsbetrug sind längst vorhanden, nur fehlt es am Willen sie Konsequenz zu nutzen.

00:51:26: Vor allem aber zeigt die Arbeit von Schluss das ist dafür nicht in erster Linie ausgefeilte Software voller neuronaler Netzwerke braucht sondern schlicht und ergreifend genug Menschen mit Fachwissen sowie dem Willen unter Zeit einzelne Studien genau zu lesen.

00:51:46: Fast beiläufig, hatte mir Scholto David zwei Tage zuvor erzählt, dass er sich zwanzig vierundzwanzig um eine Stelle in Chris Graves Abteilung beworben hatte.

00:51:55: Später erhielt er eine E-Mail, in der sinngemäß stand, danke das sie zu einem Bewerbungsgespräch bei uns waren – wir haben uns jedoch für jemand Anderen entschieden!

00:52:05: Nur ….

00:52:06: Zu einem Interview war David nie eingeladen worden….

00:52:10: Für mich ist es unverständlich, dass der Verlag offenbar nicht einmal mit jemandem wie ihm reden wollte.

00:52:19: Epilogue Gut eine Woche nach meinem Abschied von Scholto David in Oxford vibriert mein Handy.

00:52:27: Es ist kurz nach halb neun am Abend.

00:52:30: Du hast doch gesagt ich soll mich melden wenn ich Millionär bin schreibt er.

00:52:35: Dazu schickt er einen Link zu einem Reuters Artikel.

00:52:39: Darin steht das das Dana Faber Cancer Institute Fünfzehn Millionen Dollar zahlen wird, um Vorwürfe der US-Regierung wegen fehlerhafter Studien beizulegen.

00:52:50: David hatte Dana Faber auf Grundlage der False Claims Act verklagt eines amerikanischen Gesetzes mit dem Betrug zulasten des Staates verfolgt werden kann.

00:53:00: Siebzehn Komma fünf Prozent der Vergleichssumme stehen ihm zu – das Geld teilt er sich mit seiner Anwältin.

00:53:09: In the Sleuthing Community ist die Freude für David groß.

00:53:12: Ich kenne niemanden, der ihm das Geld nicht gönnt.

00:53:15: Und doch wirft der Fall eine neue Frage auf.

00:53:19: Was geschieht mit einer Szene die sich bislang vor allem aus Idealismus speiste wenn plötzlich viel Geld ins Spiel kommt?

00:53:28: Wächst dann die Versuchung unbedingt etwas zu finden wo vielleicht gar nichts ist?

00:53:34: Ich glaube das nicht!

00:53:36: Aber Kritiker des Loos schlachten Davids Erfolg nun gnadenlos für ihre Zwecke aus.

00:53:42: Seinen Job bei der Oxforder Biotechfirma hat David inzwischen gekündigt.

00:53:47: Künftig will er sich ganz aufs wissenschaftliche Schreiben und die Erforschung von Fehlern darin konzentrieren.

00:53:53: Vielleicht gibt es einen Weg, das dauerhaft finanziell tragfähig zu machen, schreibt er mir.

00:54:00: Falls ihm das nicht gelänge werde er irgendwann wohl wieder in einen regulären Job zurückkehren.

00:54:18: Du bist Freier Reporter und Autor.

00:54:21: Du hast Amerikanistik studiert, schreibst mit Vorliebe über Wissenschaft und Medizin das Meer der Naturschutz und die Bedeutung der Biodiversität.

00:54:30: In dem Jahr zwanzig dreiundzwanzig hast du dein erstes Buch veröffentlicht.

00:54:34: Das heißt ein Leben für den Ozean und darin potentiest du zehn Menschen und Organisationen, die sich für den Schutz unserer Meere einsetzen.

00:54:45: Und du lebst mit deiner Familie in Leipzig!

00:54:49: Hallo Florian!

00:54:51: Also sag mal Florian, wie bist du auf das Thema deiner Geschichte gestoßen?

00:54:55: Also dass die universitäre Forschung ein Fälschungsproblem hat.

00:55:00: Es war eigentlich mehr oder weniger Zufall.

00:55:02: ich bin ich glaube Ende zwanzig vierundzwanzig auf einen Buch aufmerksam geworden.

00:55:06: es heißt Fake Mafia in der Wissenschaft und da habe ich mich so ein bisschen reingelesen.

00:55:11: und dass es hier und da Probleme gibt in der Qualität der universitären Forschungen.

00:55:18: Das war mir schon bewusst, aber das Ausmaß waren wir überhaupt nicht bewusst und ich habe mich dann wie gesagt über dieses Buch reingelesen.

00:55:24: Ich habe mit ersten Expertinnen und Experten gesprochen und dann ist mir so auf die Kindle alle runtergeklappt einfach aufgrund der Größenordnungen um die es da geht dass sich beschlossen hat dazu tiefer und länger zu recherchieren.

00:55:39: Wie bist du davor gegangen?

00:55:41: Ich hab erst relativ viel dazu gelesen also meistens über die Metawissenschaft also die Wissenschaft über die Wissenschaft Und dann war ich relativ früh im Rahmen meiner Recherche auf einer Konferenz in Berlin, wo die Publishing Industry also die großen kommerziellen Wissenschaftsverlage jährlich zusammenkommen um ihre Naja sagen wir mal Erfolge zu feiern und dort ist mir auch bewusst geworden dass es da vor allen Dingen um Geld geht so zumindest meinen Eindruck und nicht in erster Linie um Qualitätssicherung.

00:56:10: Dann ging es weiter von einer Konference zur nächsten Von einem Paper zum nächsten und irgendwann stieß ich dann auch auf diese Community der Science Loos, der Wissenschafts-Direktive um dies hier auch in der Geschichte geht.

00:56:22: Und über Stundenlange und wochenlange nächtliche Zoom Calls mit diesen Wissenschaftsdirektiven auf allen Kontinenten quasi habe ich mich dann immer tiefer reingegraben in dieses

00:56:32: Thema Und bist du als Journalist von den Slues, die du gerade erwähnt hast so quasi mit offenen Armen empfangen worden?

00:56:40: So ja endlich mal berichtet jemand über uns.

00:56:43: Wir kriegen Sichtbarkeit.

00:56:45: oder wie wurde auf deine Anfragen reagiert in der Community?

00:56:49: Die meisten waren tatsächlich sehr, sehr offenherzig und sehr dankbar weil sie beschäftigen sich teilweise seit über zehn, fünfzehn Jahren mit dieser ganzen Thematik.

00:57:00: Die meisten haben das Problem, dass sie in ihrer Nische relativ viel publizieren und auf dieses Thema aufmerksam machen.

00:57:07: Aber in der breiten Öffentlichkeit, die es ja auch braucht um irgendwo öffentlichen Druck und gesellschaftliche Veränderungen eventuell anzustoßen, da wurde sehr wenig drüber berichtet.

00:57:17: Und ich hatte das Glück, dass sich von dem Autor, vom Wissenschaftler, der dieses Fake-Mafia Buch geschrieben hat oder mitgeschrieben hat, er hat eine Konferenz in Stockholm organisiert schwedischen Akademie der Wissenschaften zum Thema Reformation of Science Publishing.

00:57:33: Und dort durfte ich als einziger Journalist anwesend sein und da waren zwei sehr bekannte und sehr prominente Science Loos, einmal Elizabeth Big die Godmother Of Science Sloothing, die quasi dieses Feld mitbegründet hat und noch ein sehr junger aufstrebender Science Loose und die haben mich dann in diese Community reingebracht Erkannt, woran ich arbeite wie ich arbeide und so hatte ich einen gewissen Vertrauensvorsprung.

00:58:03: Manche von den Science Loos sehen mich immer noch kritisch weil sie denken dass meine Berichterstattung zu verlargsfreundlich ist.

00:58:11: Die meisten aber sehen durchaus das es mir da wirklich um eine ausgewogene Berichterstattung geht und dieses Vertrauen zur Arbeit das hat sehr lange gedauert aber es war unbedingt notwendig um diese Art der Geschichte machen.

00:58:24: Jetzt Stichwort Vertrauen, dass eben.

00:58:26: du hast ja für diese Recherche sowohl mit deinem großen Wissenschaftsverlag gesprochen als auch eben an einer Konferenz der Slues in London teilgenommen.

00:58:34: Du musst dir sicher aber in beiden Fällen dazu verpflichten nicht über die Inhalte zu berichten.

00:58:39: also weswegen dann so die Geheimnistuerei auf beiden Seiten jetzt sogar?

00:58:45: Also bei den Verlagen ist es relativ üblich das auf diesen Konferenzen, die sogenannten Chatham House Rules gelten.

00:58:52: Also dass man quasi berichten kann was dort erzählt wird einigermaßen aber man darf nicht darüber berichten wer es gesagt hätte.

00:58:59: das darf nicht rückverfolgbar sein.

00:59:01: warum das so ist weiß ich ehrlich gesagt nicht.

00:59:04: Ich hatte am Anfang erwartet dass das bedeutet dass auf dieser konferenz auch mal so ein bisschen also gerade der Verlachskonferenz Mal so ein bischen tachelis geredet wird und mal auch gesagt wird wirklich massive Probleme gibt, aber auch da war es eigentlich mehr oder weniger eine PR-Veranstaltung.

00:59:23: Die einzigen die auf dieser Verlagskonferenz den Mund aufgemacht haben waren die Slues, die hatten eine eigene Session.

00:59:29: Ich habe jetzt zwischen den einzelnen Panels und Sessions mit den unterschiedlichen Teilen in der Verlagskonferenz gesprochen und erstaunlich fand ich dass diese ehrliche und offene sehr, sehr kritische Session von den Blues.

00:59:45: Die haben alle als allerbeste Session der gesamten Veranstaltung gesehen und deswegen wundert es mich das dann nie wirklich auch innerhalb der Branche öffentlich und offen darüber gesprochen wird.

00:59:56: Es wird dann immer gesagt also auch in dem Gespräch mit Springer Nature mit denen ich ja gesprochen habe hieß es dann Ja wir wollen unsere Firmen geheimnisse schützen und wir wollen den Paper Mills diesen industriellen Fälschungsagenturen nicht sagen wie wir woran arbeiten.

01:00:08: Ich glaube dass stimmt nur zum Teil.

01:00:12: die wollen sich unter bestimmten Umständen eben nicht in die Karten schauen lassen, aber das ist wirklich mit dem Schutz vor den Paper Mills zu tun haben.

01:00:21: Das glaube ich nicht weil die Verlage rennen den Paper Mills oder den Methoden der Paper Mills sowieso nur hinterher und bei den Slues sind grundsätzlich offener.

01:00:32: Aber auch da geht es sehr viel um Anerkennung, sehr viele Projekte Und so ein bisschen spielt auch dort diese Strategie mit rein, dass wir unsere Verteidigungsmechanismen sage ich mal nicht in aller Welt öffentlich lesen wollen und öffentlich zitiert haben wollen.

01:00:51: Und weshalb hast du dich eigentlich für Scholto David als Protagonist entschieden wenn es deine ganze ganz große Szene gibt?

01:00:58: Also das hat auch mit euch zu tun.

01:01:00: die weiß nicht wie offen wir jetzt sprechen wollen.

01:01:05: Wir sprechen offen darüber!

01:01:06: Okay alles klar Ich hatte bei der Auswahl der Protagonistinnen und Protagonisten mehrere Leute zur Auswahl, also das war wirklich tatsächlich ein mehrböschiger Prozess.

01:01:17: Ich hatte auch noch Mu Yang in Visee oder in den näheren Auswahlen eine wirklich hervorragende Wissenschaftsdediktiven von der Columbia University in New York – auch die habe ich vorher kennengelernt aber... Sie wollte nicht.

01:01:31: Also sie hat glaube ich kulturell so ein bisschen Problem mit Nähe, wobei ich immer noch denke dass sie auch hervorragend für diese Reportage geeignet wäre.

01:01:38: Dann gab es noch einen zwei andere René Aquarius und Reese Richardson die ja auch noch auf der Shortlist standen.

01:01:44: aber Scholto David er war... ...hat aus mehreren Gründen sehr gut gepasst.

01:01:49: einerseits hatten wir vorher schon mal Kontakt beziehungsweise Die Chemie zwischen uns hat gestimmt andererseits ist eher von der gesamten Sloothing Community als wirklich exzellenter Sluß wird er geschätzt.

01:02:03: und außerdem, es gibt glaube ich niemanden sonst oder wenige sonst die dieses Sloothing auf so industrielle Maßstab betreiben.

01:02:11: Also er hat sich ja seinen eigenen Algorithmus geschrieben und wirklich bis vor kurzem fast jede freie Minute für Slooothing aufgebracht Und diese Professionalisierung dieser eigentlich ehrenamtlichen Tätigkeit war halt auch nochmal super spannend.

01:02:25: Außerdem hatte er schon an einigen großen Fällen gearbeitet.

01:02:27: und der letzte Punkt glaube Diese Konferenz der Verlage, die ich besucht habe hat im Dezember in London stattgefunden und er wohnt in Oxford.

01:02:35: Also auch das war einfach eine logistische Komponente, die damit reingespielt

01:02:39: ist.

01:02:40: Jetzt hast du gerade gesagt dass er bis vor kurzem fast jede freie Minute mit dem Sluicing verbracht hat seit ihr noch in Kontakt.

01:02:48: und was macht er denn jetzt?

01:02:52: Scholte und ich, wir sind nach wie vor in Kontakt hin und wieder.

01:02:54: Hilft er mir bei Recherchen beziehungsweise möchte ich auch einfach wissen, wie es bei ihm weitergeht?

01:02:59: Nach dem Dana Farber Case der ja auch in der Geschichte vorkommt wo er mit der US-Regierung dieses Krebsforschungsinstitut verklagt hat.

01:03:06: da hatte er eine Millionensumme zugesprochen bekommen wovon er einen Anteil bekommt und da hat er seinen Job erst mal gekündigt und ne kurze Auszeit genommen.

01:03:14: momentan ist es so, er ist glaube ich nach Schottland gezogen in einen ganz kleinen verschlafenen Küstenort um sich Vollzeit jetzt aufs Sloothing zu konzentrieren und ich sehe immer mal wieder das Erfordrige gibt.

01:03:27: Dass er neue Videos hoch lädt bei YouTube auf seinem Kanal Und dass er im Grunde genau das macht was er vorher macht nur eben wahrscheinlich mit einem gewissen finanziellen Puls da.

01:03:38: Jetzt noch eine größere Frage.

01:03:40: Du hast dich ja wie du gesagt hast ziemlich lange mit diesem Thema Fälschung in der Forschung beschäftigt Und ich würde gern von dir wissen, was müsste deiner Meinung nach eigentlich geschehen damit man dieses Problem endlich in den Griff bekommt.

01:03:57: Weil wie wir gesehen haben oder gehört haben in deinem Text können die Slues allein dieses Problem ja nicht lösen?

01:04:05: Es ist eine Frage, die ich mir auch seit der Recherche beziehungsweise seit dem Beginn der Rechage tatsächlich stelle und ich habe noch nicht wirklich ne Antwort gefunden typisches Publikationssystem aussehen kann und ich denke, dass da an vielen Stellen was gemacht werden müsste.

01:04:27: Einerseits müssten Forschungsinstitutionen besser auf die Forschung ihrer Forschenden achten also was kommt eigentlich aus unseren Universitäten raus?

01:04:38: Die kommerziellen Verlage müssten viel viel viel Viel weniger publizieren weil sie einfach mit der Qualitätskontrolle nicht hinterher kommen Aber sie bestreiten, dass sie das machen wollen.

01:04:52: Weil meistens unter dem Deckmantel wir wollen jeder Forschung Platz geben.

01:04:56: Natürlich spielen da auch finanzielle Interessen eine Rolle.

01:05:00: Das sind Milliardenbetriebe die ihre Aktionäre glücklich machen wollen aber auch die Funding agencies also die Forschungsgeldgeber sozusagen die deutsche Forschungsgemeinschaft und so weiter und sofort.

01:05:12: Auch die müssten meines Erachtens nach einen anderen Ansatz haben, wie sie Forschungsgelder verteilen.

01:05:21: Ich glaube im Kern der Geschichte ist ja auch rausgekommen dass dieses große Problem die sogenannten Metriken sind.

01:05:27: also wie oft werde ich zitiert, wie oft habe ich publiziert?

01:05:29: Wie oft wird meine Forschung irgendwo untergebracht?

01:05:34: und diese Metriken die eigentlich die Qualität der Forschung messen sollten objektiv Die sind inzwischen zum obersten Ziel der Forschungen selbst geworden.

01:05:43: Es geht viel mehr um Quantität als um Qualität.

01:05:47: Dogma müsste irgendwie umgestoßen werden.

01:05:48: Ich sehe aber nicht, dass das in der nächsten Zukunft passiert, weil es gab immer mal wieder kleinere Bewegungen, sei's bei dem Peer Review oder bei der Veröffentlichungsstrategie, dass man Independent Journals also unabhängige Fachmagazine gründet.

01:06:04: Die Marktmacht der großen kommerziellen Verlage ist so riesig und da hängt ja nicht nur die Publikationshistorie oder die Publikationsleistung der Forschenden dran sondern da hinkt auch daran welche Universitätsbibliotheken haben irgendwo Abonnements, was kann ich abrufen?

01:06:20: Was kann ich nicht

01:06:21: abruffen?".

01:06:22: Und da ist einfach... Es ist so ein organisch gewachsenes aber so vertraktes System.

01:06:28: Dass manche Forschende, manches Lufen mit denen ich spreche die sagen wir brauchen Tabularasa.

01:06:33: Wir müssten einen Publikationssystem kreieren das komplett ohne kommerzielle Wissenschaftsverlager Auskommt und das könnte ein Weg sein, aber diesen Weg zu bestreiten ist sehr schwierig.

01:06:45: Interessanterweise habe ich aus meiner Sluding-Community oder aus der Sludig Community in der ich mitkrieg bin vor zwei Tagen eine Nachricht gelesen dass China jetzt eine eigene Publikationslandschaft aufbauen will.

01:06:57: also die haben ja jahrelang ihre ganzen Paper, ihre ganzen Studien an westliche Journals geschickt und sie wollen jetzt einen Alternativesystem aufbauten Was ich sehr, sehr spannend finde.

01:07:09: Weil dann natürlich auch mit die größte Allnahmequelle der europäischen oder der Verlage aus dem Besten sozusagen wegbrechen wird.

01:07:21: Ja spannend!

01:07:23: Noch eine allerletzte Frage Florian was sind eigentlich deine nächsten Projekte?

01:07:27: Worauf dürfen wir uns von dir freuen?

01:07:29: als nächstes

01:07:31: Ich werde tatsächlich in zwei Wochen nach Belgien fahren um eine Quelle zu treffen.

01:07:38: mir belegen wird, dass ein renommierter deutsche Umweltprofessor massiv in seiner Forschung fälscht und bzw.

01:07:46: wissenschaftliches Fehlverhalten begeht.

01:07:50: Das wird eine Geschichte werden für die Frankfurter Allgemeine glaube ich.

01:07:54: Mich interessiert aber nicht nur die Problematik dieser ganzen Geschichte, sondern mich interessiert auch was gibt es für Lösungsansätze?

01:07:59: und da werde ich dann unmittelbar nach meiner Reise nach Belgien, nach Norddeutschland fahren an ein Forschungsinstitut das vor ungefähr zwanzig Jahren mit einem massiven Fälschungskandal zu tun hatte.

01:08:09: Und jetzt ein System implementiert haben wie es besser funktionieren kann und ob das einigermaßen funktioniert werde ich mir anschauen.

01:08:17: Ansonsten bin ich momentan noch sehr verliebt in einer Recherche auf einer besonderen deutschen Naturschutzinsel Wo eine WG aus Anfang zwanzigjährigen eine ganze Insel am Laufen hält, inklusive Vogelbringungsstation.

01:08:33: Da werde ich vermutlich das nächste Jahr über immer mal wieder hinfahren um ne Langzeitrecherche zu

01:08:37: machen.

01:08:39: Ja klingt spannend!

01:08:39: Dann drücken wir dir die Daumen und danke für dieses Gespräch.

01:08:44: Danke dir!

01:08:55: Reportagen Nummer Neunzig Text Florian Sturm Sprecher Roland Riebeling Interview Dimitri Gavrisch und Florians Sturm Redaktion und Konzept Dimitry Gavrisch und Monika Gies Sounddesign Benjamin Rudert.

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